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Provence...
Die genaue Abgrenzung der Provence ist seit jeher strittig. Weder
Geographie noch Geschichte geben hier eindeutige Antwort. So wird
nicht immer die Côte d'Azur zur Provence gerechnet, auch die
nördliche Grenze zur Dauphiné. wechselte häufig.
Im Westen werden der Pont du Gard und Nîmes meist auf einer
Provence-Reise besucht obwohl sie schon zum Languedoc gehören.
Verwaltungsmäßig gliedert sich die Provence in sechs
Départements:
Vaucluse (mit Hauptort Avignon),
Bouches-du-Rhône (Marseille),
Var (Toulon), Alpes-Maritimes (Nizza),
Alpes-de-Haute-Provence (Digne) und Hautes-Alpes (Gap).
Die heutige Region Provence-Alpes-Côte d'Azur vereint sehr
unterschiedliche, in vieler Hinsicht gegensätzliche Gebiete.
90% der Einwohner leben in der Rhône-Ebene und an der Küste,
wo sich auch fast alle Industriebetriebe befinden. Das hügelige
und bergige Binnenland, das sich flächenmäßig erheblich
weiter ausdehnt, ist dem gegenüher dünn besiedelt und
vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Der Abwechslungsreichtum
dieser Gegend, ihre vielfältigen Landschaftsformen, die Ruhe
und Einsamkeit macht sie zu idealen Wandergebieten. Idyllische Obstbaum-
und Weinkulturen wechseln mit wilden Kalkschluchten und dichtem
Buschwald, überall finden sich malerische Ortschaften.
Die verschiedenen Gebiete zeigen jeweils einen ausgeprägten Eigencharakter.
Im Nordwesten der Provence verbinden die Dentelles de Montmirail
den mediterranen Reiz der Weinberge mit einer trotz geringer Höhe
fast alpin wirkenden Kulisse von Felsgipfeln. Östlich schließt
sich der landschaftsbehrerrschende, nahezu 2000 m hohe Mont Ventoux
an.
Weiter südlich stellt das Plateau de Vaucluse eine einsame
Region der Lavendel- und Hochflächen dar. Im Tal von Apt zwischen
L’Isle-sur-la-Sorgue und Forcalquier wechseln Obstbaumhügel
und Weinberge mit ungewöhnlichen Landschaften, wie den farbenprächtigen
Ockerbrüchen des Colorado provencal. Das Lubéron-Gebirge
ist ein bevorzutes Terrain prominenter - und zahlungskräftiger
- Ferienhauskäufer; dennoch hat es sich weitgehend die Ursprünglichkeit
seiner Wälder, Schluchten und Hochflächen bewahrt.
Östlich von Aix-en-Provence erstreckt sich das ausgedehnte
Hügelland des Haut-Var mit seinen Weinkulturen und einem umfangreichen
Waldbestand; reizvoll sind hier vor allem die zahlreichen, ruhigen
Dörfer. Nördlich des Haut-Var gelangt man in die dramatische
Schluchtlandschaft der Georges du Verdon, dann in die Voralpen von
Digne, eine einsame Gegend von beieindruckender, wilder Schönheit.
Das Var-Tal stellt in der schwierig zugänglichen Haute-Provence
einen der wenigen, verkehrsmäßig gut erschlossenen Abschnitte
dar. Seine nördlichen Seitentäler Vésubie, Tinée
und Cians führen ins Hochgebirge der provenzalischen Alpen.
Im Süden grenzt an das Var-Tal die Schluchtenregion der Clues.
Weiter östlich bilden das Hinterland von Nizza und das Roya-Tal
trotz geringer Entfernung von der Küste besonders reizvolle,
ruhige Gebiete, in denen die Mittelmeerlandschaft innerhalb weniger
Kilometer in Hochgebirge übergeht.
Diesen Gegenden sind, bei aller landschaftlichen Verschiedenheit,
eine Reihe von Strukturmerkmalen gemeinsam, die sie vom urbanisierten
Rhône-Tal und der Küste absetzen. Im Landschaftsbild
machen sich überall die geringe Besiedelungsdichte und das
nahezu vollständige Fehlen industrieller Produktion bemerkbar.
Kleine gewundene Straßen führen zu friedlichen Städtchen
und ruhigen Dörfern; nur gelegentlich wuchern Villen- und Ferienhaussiedlung
in die Natur. Oft findet sich der Reisende in einem Idealbild unzerstörter
Landschaft wieder: die klaren Konturen der Höhenzüge,
der strahlend blaue Himmel, die Ortschaften mit ihren Glockentürmen
und verfallenen Burgen, die eng aneinander oder an einen Felsen
gedrängten Steinhäuser, dazu die Geräusche des Windes,
Kräuter- und Blumendüfte.
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Provence |
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Klima
Das
Klima der Provence kennzeichnen Extreme. Die Sommer sind, typisch
mediterran, heiß und trocken. So kennt die Provence etwa zwischen
Mitte Juni und Mitte September kaum Regen. Im Herbst fallen zwischen
Mitte September und Mitte November die meisten Niederschläge.
Sie konzentrieren sich auf wenige, heftigste Unwetter mit bis zu
40 Prozent der Jahresniederschläge an einem Tag. So kommt es,
daß der absolut gesehen regenreiche Herbst in der Provence
alles andere als verregnet ist. Der Winter bringt erneut Trockenheit.
Meist zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar genießen die
Provenzalen so ein paar Wochen lang kaltes, aber trockenes, sonniges
Wetter. Ins Frühjahr fällt schließlich die zweite,
allerdings weniger ausgprägte Regenzeit in der Provence, Regenfälle
können sehr heftig sein, sind aber von kurzer Dauer.
Eine Besonderheit in dieser Region ist der Wind aus dem Norden oder
Nordwesten, der Mistral. Er bläst wild, kalt und heftig und
fegt den Himmel wolkenfrei, unwirklich blau. Überall greift
er in das Alltagsleben der Menschen ein. Er redet bei Aussat und
Ernte ein Wörtchen mit und prägt die ländliche Architektur.
Einer Bauernregel zufolge weht der Mistral entweder drei, sechs
oder neun Tage. Im Rhônetal nimmt er Anlauf, rast zwischen
Zentralmassiv und Alpen südwärts um schließlich
im Delta als ausgewachsener Orkan anzukommen, nicht mehr bloß
ein Wind, sondern ein Naturereignis und rätselhaftes Phänomen.
Ebbe
und Flut
Die Gezeiten des Mittelmeeres sind, im Gegensatz zum Atlantik, wenig
ausgeprägt und liegen unter 0,50 m, so daß sie den Badegästen
kaum auffallen.
Sprache
Bei
einer Reise in den Süden Frankreichs gehen die meisten heute
davon aus, daß dort französisch gesprochen wird. Bei
einem Markt- oder Barbesuch kann es aber durchaus passieren, daß
man Fetzen einer ganz anderen Sprache aufschnappt, der man anhört,
daß sie romanischen Ursprungs ist, die Ähnlichkeit zum
Französischen wie zum Italienischen hat, die aber trotzdem
etwas ganz Eigenständiges ist: das Provenzalische.
Einige provenzalische Worte:
Gramaci: Danke
Perdoun: Entschuldigung
Vai bèn!: In Ordnung
Quant cost?: Wieviel kostet das
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