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Mittelmeerküste...


Bewundert, viel und viel gescholten - die Côte d'Azur. Trotz allem, was gegen sie vorgebracht werden mag - zu überlaufen, zu dicht bebaut, verklungene Pracht von Plüsch und Pleureusen - sie ist nach wie vor eine der schönsten Küstenlandschaften Europas.
Blaues Meer vor weiten Stränden, rote Porphyrfelsen an tief eingeschnittenen Buchten, bewaldete Inseln, alte Häuser, elegante Badeorte, sonnenbeschienene kleine Häfen, Duft und Farbe üppiger Blumenkaskaden und Orangenhaine, Mimosenbäume, Kiefern und Palmen - ein Land von atemberaubender Schönheit, das unzählige Künstler begeisterte.
Von Nizza nach Menton führen drei Straßen quasi in drei Etagen die Küste entlang: die Corniche Inférieure, die Moyenne Corniche und die Grande Corniche; sie bieten herrliche Ausblicke zwischen Cap Martin und Cap Ferrat und gehören zu den landschaftlich reizvollsten dieser Erde.
Die azurblaue Küste ist auch heute noch eine Reise wert. Unter Côte d'Azur versteht man im allgemeinen geographisch die französische Riviera von Marseille bis Menton mit über dreißig Badeorten - für die Franzosen ist sie, streng genommen, nur der Teil von St. Raphael bis Menton. Und das ist auch ohne Zweifel das Prachtstück der ganzen Strecke.
3 französische Departements und das Fürstentum Monaco teilen sich die Verwaltung der ca. 300 km langen Küste von Marseille im Westen bis Menton im Osten. Nur das kurze Stück von Cassis bis kurz hinter La Ciotat zählt zur Côte und gehört zum Departement 13 = Bouches du Rhône. Hauptstadt des Departements sowie der gesamten Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur ist Marseille (800.000 Einwohner). Der Abschnitt des Departements 83 = Var beginnt kurz vor Bandol und endet mit dem Massif d’Estérel. Departementshauptstadt ist Toulon (170.000 Einwohner). Schließlich 06 = Alpes Maritimes, mit dem Abschnitt von Miramar/Théoule bis Menton, Departementshauptstadt ist Nizza (400.000 Einwohner). Das Fürstentum Monaco, eine 195 ha große Enklave liegt im Departement Alpes Maritimes und zählt 28.000 Einwohner.

Der schmale Landstreifen zwischen Mittelmeer und den nahen Gebirgsketten des Hinterlands (Massif des Maures, Massif de l’Estérel, Préalpes) teilt sich in zwei deutlich unterschiedliche Abschnitte. Der westliche Teil von Cassis bis zum Estérel-Massif wirkt durch die Ausläufer der bis zu 800 m hohen Gipfelketten zerklüftet. Kleine Bade- und Hafenbuchten bedingen einen eher familiären Tourismus mit entsprechend zurückhaltender Küstenbebauung. Im östlichen Abschnitt erlauben breite Sandstrände links und rechts der Mündung des Var eine exzessive Bebauung, zu der noch weiter östlich der prestigeträchtige Ruf der klassischen Côte d’Azur von Nizza bis Menton weitere Bauimpulse beisteuerte.
Für die gut 1,5 Mio. Menschen an der Côte d’Azur stellt der Fremdenverkehr mit jährlich 8 Mio. Besuchern die meisten Arbeitsplätze. Zwei Drittel aller Besucher der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur strömen an den Strand, was die Côte zu Frankreichs bedeutendster Fremdenverkehrsregion macht. Trotz hoher Bevölkerungsdichte, die in den meisten Kommunen mehr als 300 Einwohner pro km² überschreitet, zieht die Côte weiterhin Menschen aus den schwer zugänglichen Bergregionen ihres Hinterlands sowie aus ganz Frankreich und dem Ausland an - verführerisch milde Jahresdurchschnittstemperaturen (Menton 16°) sind einer der Hauptgründe.


Mittelmeerküste


Klima

Die Region Côte d’Azur ist geprägt von einem milden, mediterranen Klima, selbst im Winter zeigt sich die Küste zwischen Menton und Cannes von ihrer angenehmsten Seite, das Thermometer klettert hier häufig auf Werte über 10 ° Celsius, selbst 20 ° Celsius sind keine Seltenheit. An der Küste beginnt der Frühling schon Ende Januar, die Sommer sind recht trocken, bei einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 26,5 Grad im Juli/August mit 2-4 Regentagen. Der Herbst ist geprägt von plötzlich einsetzenden, heftigen Regenschauern, die des Öfteren zu Überschwemmungen führen. Diese können ab Mitte September einsetzen. Über das ganze Jahr gesehen ist die Côte d’Azur aber ein von der Sonne verwöhnter Landstrich mit durchschnittlich 2700 - 2900 Sonnenstunden pro Jahr.

Ebbe und Flut

Die Gezeiten des Mittelmeeres sind, im Gegensatz zum Atlantik, wenig ausgeprägt und liegen unter 0,50 m, so daß sie den Badegästen kaum auffallen.

Sprache

Das südliche Drittel Frankreichs, von den Pyrenäen bis zur italienischen Grenze hatte seine eigene Sprache, das Provenzalisch. Eigentlich keine eigene Sprache sondern eine Vielzahl von regionalen Dialekten die nebeneinander existierten und dennoch eine Verständigung untereinander ermöglichten, weil sie alle zu den okzitanischen Sprachen, zur Langue d’Oc des Süden gehörten. Ihr stehen die Langue d’Oil des Nordens gegenüber. Diese Regionalsprachen werden heute zwar eher gelegentlich als alltäglich, eher auf dem Land als in der Stadt und eher unter Alten als unter Jungen verwendet, aber sie sind auch nicht tot. Zumindest lebt das Provenzalische im Französischen weiter, als dieser charakteristische Akzent des Midi (= Südens) mit seiner besonderen Aussprache und seinen eigenen regionalen Ausdrücken, ähnlich einem bayerischen, fränkischen oder sächsischen Dialekt.

 



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